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36jähriger bringt im Oktober erfolgreichsten TV-Ermittler als Movic heraus.
Derrick löst den Fall nach 52 Seiten - Von Bettina Kiwitt

Essen/Dortmund. Kommissar Derrick mit einer Sprechblase am Mund? Der "Movic" macht's möglich.

Fans der beliebten Krimi-Serie können demnächst die bisher 281 gesendeten Folgen im Bildroman nacherleben. Zur Frankfurter Buchmesse wird Jochen Berns am 18. Oktober seinen ersten "Movic" in 50.000er Auflage auf den Markt bringen. Für die Premiere hat der frischgebackene Existenzgründer die 262. Derrick-Folge "Riekes trauriger Nachbar" ausgewählt.

Der Weg zum ersten "Movic" – den Begriff hat sich Berns patentieren lassen – war beschwerlich. Zunächst mußte der 36jährige Essener beim ZDF die notwendigen Lizenzen erwerben. Als "Türöffner" fungierte der ehemalige Dortmunder Hoesch-Manager und Gründerpate Jürgen Stenzel, der den Bruder von ZDF-Intentant Dieter Stolte gut kennt. Auch die Darsteller wie Horst Tappert, Fritz Wepper oder Uschi Glas mußten einverstanden sein, daß ihr Konterfei im "Movic" erscheint, Als Berns die Lizenzen in der Tasche hatte, kam die schwierigste Aufgabe: der Noch-Jura-Student mußte den geistigen Vater des Kommissars, den Drehbuchautor Herbert Reinecker, von seiner Idee überzeugen. Die Chemie zwischen den beiden stimmte offenbar, Berns erhielt von Reinecker das Okay. Bedingung: Er darf kein Wort vom Originalskript verändern. Berns freut sich: "Damit bin ich der einzige, der Derrick als Printprodukt vermarkten darf." Und das tut er gründlich. So werden die jeweiligen Movics in Italienisch, Japanisch, Türkisch und Französisch übersetzt. In Japan zum Beispiel hat der spröde deutsche Kommissar eine große Fangemeinde, weiß Berns. Doch mit der Vermarktung der 281 Derrick-Folgen will sich der Jung-Unternehmer nicht zufriedengeben. Er brütet schon über den nächsten Projekten: "Der Alte", "Siska" und "Unser Charly" werden ebenfalls als Movic herauskommen. "Manche glauben, daß ich die Dialoge aus den 60-minütigen Filmen kürzen muß", erklärt der Krimifan. Stimmt aber nicht: "Da wird gar nicht soviel geplaudert. Ich kann das Drehbuch komplett übernehmen, nur bei den Bildern muß natürlich sorgfältig gesucht werden.

Das Fernsehen hat Berns die Original- Kassetten der Sendungen zur Verfügung gestellt, die er sich nach und nach anschaut. Rund fünf Wochen dauert es, bis der Essener aus einer Folge die aussagekräftig- sten Szenefotos für seinen "Movic" heraus- gesucht hat. Rund 500 müssen es pro Ausgabe mit 52 Seiten sein: "Harry, hol' schon 'mal den Wagen!" – Dieser Derrick-Kultsatz wird übrigens in keiner Folge vorkommen. Denn den hat der Hauptkommissar nie gesagt.